Jugendarbeit trotz Corona

30 Grad im Schatten, Schnitzeljagd und Basteleinheiten, Wasserschlachten, Völkerball von früh bis spät, Singen am Lagerfeuer, 150 Kinder und viele engagierte Jugendleiter_innen auf einem Zeltplatz, neu geschlossene Freundschaften – nur ein paar Charakteristiken des Kinderzeltlagers in Thalmässing, das jährlich von der Evangelischen Jugend im Dekanat Fürstenfeldbruck veranstaltet wird. Normalerweise. Wie vieles in diesem Jahr konnte auch das Zeltlager nicht wie gewohnt stattfinden; zu hoch das Infektionsrisiko.

Nach anfänglichen Unsicherheiten, was die Coronapandemie für die Jugendarbeit bedeutet, war den Jugendlichen schnell klar, dass diese unter entsprechenden Regeln weiterlaufen und dass auch das Kinderzeltlager nicht ersatzlos gestrichen werden soll.

In diesem Jahr musste deshalb umgedacht und mehr beachtet werden. Auf die Frage, was diesmal besonders herausfordernd war, antwortet Jugendleiterin Nele: „Eindeutig das Hygienekonzept und die Unsicherheit. Wie ist die Situation in zwei Wochen? Mit wie vielen Leuten darf man sich treffen? Wie plant man, ohne sich zu sehen? Wie viele Kinder dürfen sich anmelden? Wie kann man Spiele spielen und auf Abstand, Hygiene und Vorsichtsmaßnahmen achten?“

Dank der ausgearbeiteten Hygienekonzepte und vielen virtuellen Leiter_innensitzungen konnten mehrere Gemeinden im Dekanat Fürstenfeldbruck in der ersten Ferienwoche regionale Kinderferienprogramme auf die Beine stellen. Es wurde gebatikt, getanzt und gespielt, ähnlich wie im Zeltlager, aber eben in Kleingruppen in den verschiedenen Gemeinden und nicht auf dem Zeltplatz. Wie jedes Jahr stand das Programm unter einem bestimmten Motto: „Once upon a time…“. Die Jugendlichen des ORGA Teams hatten im Vorhinein Videos gedreht, die eine moderne Version verschiedener klassischer Märchen, wie Schneewittchen oder Rotkäppchen darstellen. Diese wurden in das Programm der Gemeinden eingebunden und brachten noch mehr „Thale-Stimmung“. Trotz Hygiene- und Abstandsregeln fiel die Resonanz positiv aus. „Kinder und Eltern waren sehr dankbar für unser Angebot“, meint Jugendleiter Julian.

Um die Woche abzuschließen, gab es am vergangenen Freitag für die Leiter_innen ein „Lichterfest“ im Garten der Erlöserkirche in Fürstenfeldbruck. Bei leckerem Essen, Lagerfeuer und verschiedenen Aktionen, wie Wikingerschach und einem Anspiel, konnten sich die Jugendlichen über den Erfolg des Ersatzprogramms austauschen.

Auch wenn das Programm gut ankam und besser klappte als erwartet, hoffen alle auf ein „normales“ Zeltlager im nächsten Sommer. Jugendleiter Tobias fasst die Situation so zusammen: „Ich bin froh, dass wir auch in diesem Jahr Jugendarbeit vorantreiben und freue mich auf ein Zeltlager mit Präsenz im nächsten Jahr!“